Vulkanisches Gebiet von Sai Kung, Hongkong: Als die Erde noch in der Pubertät war, schrieb sie mit hoher Temperatur einen Liebesbrief an die zukünftige Menschheit.
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Die Natur hat den Menschen diesmal wieder mehrere Ohrfeigen verpasst. Geologen dachten, sie verstehen Steine gut, doch die vulkanischen Gesteine in Sai Kung ignorieren jegliches geologisches Wissen und wachsen direkt zu riesigen sechseckigen Säulen, die höher als Gebäude sind und kollektiv in den Himmel ragen, als hätte es tief in der Erde ein gigantisches Rockkonzert gegeben – ein perfekter Moment, eingefroren beim Abkühlen der Lava.
Das Beeindruckendste davon ist die „Küstenlinie der zehntausend Säulen“ rund um Leung Shuen Wan. Du hast richtig gelesen: Über zehntausend riesige vulkanische Säulen sind ordentlich aufgereiht, jede über drei Stockwerke hoch, manche sogar bis zu dreißig Stockwerke. Das ist kein Stadtplan von Menschen und auch kein verrückter Architektenentwurf, sondern ein großes öffentliches Kunstwerk, das die Sai Kung Vulkanregion vor Millionen von Jahren mit heißer Lava auf einmal erschaffen hat – und dabei über 1.300 Quadratkilometer verbrannt hat. Niemand würde behaupten, das sei Zufall.
Wenn du denkst, die zehntausend Säulen sind schon verrückt genug, dann wirst du bei dem Folgenden wirklich an der Ästhetik des Erdinneren zweifeln. Am Rand der Inseln in Sai Kung entdeckten Wissenschaftler sogar gebogene Strukturen in den „Säulenbasalten“ – ja, nicht alle Säulen sind gerade, in mehreren Bereichen biegen sich die Säulen wie bei einem Drift! Experten vermuten, dass die Lava beim Abkühlen kleine Unterschiede in der Geschwindigkeit erlebte, wodurch die Säulen beim Formen eine extreme Drehung machten und dann so eingefroren wurden.
Diese verdrehten sechseckigen Säulen sind für Geologen wie ein „unendliches prähistorisches Manuskript“ und zwingen sie, die Physik des Abkühlens von Vulkanstein neu zu schreiben. Als damals geologische Teams aus Großbritannien und Japan die Gegend untersuchten, blieben viele fast einen Monat auf der Insel, weil sie ihren Messgeräten nicht glaubten und immer wieder die Anzahl der Säulenseiten und deren Krümmung zählten – am Ende konnten sie nur noch sagen: „Die Natur ist wirklich beeindruckend.“
Und diese spektakulären vulkanischen Wunder sind heute sehr zugänglich. Du musst keine steilen Berge erklimmen oder nach Island oder Irland fliegen. Von Hongkong aus fährst du einfach mit dem Auto nach Sai Kung und dann eine halbe Stunde mit dem Boot, um diesen von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannten Ort zu besuchen. Auf der Insel gibt es gut ausgebaute Holzstege und Aussichtsplattformen, sodass du ohne Klettern die Millionen Jahre alten vulkanischen Spuren bewundern kannst. Selbst Anfänger können unterwegs staunen: „Ich stehe wirklich auf dem Gipfel eines uralten Vulkans.“
Geologen entdeckten noch etwas Erschreckendes – die Säulen haben eine deutliche rotbraune Farbe, was auf die Reaktion des eisenhaltigen Lavas mit der damaligen Atmosphäre zurückzuführen ist. Anders gesagt, jede Steinwand, die du siehst, ist wie der dickflüssige Schweiß der Erde, als sie Fieber hatte.
Wenn du genauer hinschaust, findest du auf vielen Säulenoberflächen ordentliche Bruchlinien, die nicht von Menschen gemacht sind, sondern über Millionen Jahre von Meereswind, Taifunen und Starkregen perfekt geformt wurden. Geologen sagen ehrlich: „Wir können erklären, wie sie entstanden sind, aber nicht, wie man sie nachbildet.“ Das ist im Grunde die ehrliche Kapitulation der Wissenschaft vor der Natur.
Also, wenn du das nächste Mal an einer geologischen Führung von Splitdyboat teilnimmst, mit dem Schnellboot vor der Po Pin Chau oder der Küste der zehntausend Säulen in Sai Kung stehst und auf die ordentlich angeordneten Säulen blickst, die fast wie von Außerirdischen gesetzt wirken, dann klatsch für die Jugendzeit der Erde. Die uralte Lava ist längst erloschen, aber diese Vulkanregion zeigt mit jeder Säule in den Himmel, dass der Ausbruch vor Millionen Jahren kein Zufall war, sondern eines der wenigen „echten Zeugnisse“ der Erde, die sie den Menschen zeigt.
Sogar Experten des Hongkonger Observatoriums scherzen privat, dass, wenn damals Menschen hier gestanden hätten, sie die Erde hätten sagen hören: „Ich bin ausgebrannt und abgekühlt, aber diese Form reicht, damit ihr Menschen hundert Jahre lang Fotos machen könnt.“